Cafés und Restaurants – das große Sterben beginnt

Schon die Lockdowns setzen den Cafés und Restaurants zu. Die Maßnahmen zum „social distancing“ machen es nicht besser. Das große Sterben beginnt.

Von Marco Maier

Mit Stand Ende 2019 gab es in Deutschland rund 71.800 Restaurants (inkl. Systemgastronomie), rund 35.500 Imbissstuben, über 4.300 Bars, Diskotheken, Tanz- und Vergnügungslokale und etwa 11.600 Cafés. Sie wurden von den Lockdown-Maßnahmen der deutschen Politik bereits hart getroffen. Schon diese Schließungen werden vielen dieser Unternehmen die Existenz kosten.

Doch das ist noch nicht alles. Jene Unternehmen die diese erzwungene Schließung im Namen des Schutzes vor der Ausbreitung von Covid-19 – mit (noch mehr) Schulden – überleben werden, stehen vor weiteren Herausforderungen. Denn künftig gelten auch Maßnahmen zum „social distancing“. Das heißt: weniger Gäste im selben Zeitraum innerhalb des Lokals.

Ebenso wird sich der Trend hin zu mehr „Home Office“ entsprechend auswirken: das Mittagsgeschäft vieler Restaurants und Schnellimbisse wird massivst darunter leiden, da die Menschen lieber wieder zu Hause kochen und essen.

Restaurants die auf Zustellservices setzen, können zwar einen Teil des Umsatzrückgangs auffangen, doch für viele Unternehmen ist dies der wirtschaftliche Tod. Denn schon jetzt sind die Gewinnmargen Dank hoher Mieten in guten Lagen und der enormen Steuer- und Abgabenbelastung gering. Wenn die durch die Lockdowns ohnehin schon geschwächten Unternehmen nun auch noch mit einem enormen Gästerückgang konfrontiert werden, weil die Regierung das so will, wird dies über die nächsten Monate noch mehr von ihnen in die Insolvenz schicken.

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Erste Schätzungen gehen von bis zu einem Drittel weniger Restaurants aus. Bei den Cafés, Bars und Discotheken (die eben nicht auf Lieferservice setzen können) dürfte die Insolvenzquote über die kommenden Monate noch deutlich höher ausfallen. Halb volle Lokale reichen vielleicht um die Fixkosten zu decken, doch nicht um die laufenden Kosten und das Salär der Inhaber zu finanzieren. Da nützt auch ein Personalabbau nicht viel.

Über kurz oder lang wird sich so die Esskultur deutlich ändern. Wer sich wirtschaftlich darauf einstellt, kann davon profitieren. Und der Rest? Wer diese Entwicklung nicht als Chance nutzt und sein Geschäftsmodell verändert, wird wohl untergehen.

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Der Artikel erschien zuerst im Contra Magazin

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