Foto: Christine Lagarde - Flickr / World Economic Forum CC BY-SA-2.0

Lagarde: „Arbeit wichtiger als Ersparnisse“

Christina Lagarde will die katastrophale Weichwährungspolitik ihres Vorgängers Mario Draghi fortführen. Das wird im Desaster enden.

Mario Draghi hat die Europäische Zentralbank an Halloween verlassen. Seine Nachfolgerin als EZB-Chefin, die frühere IWF-Direktorin Christina Lagarde, soll wieder Ruhe in den Laden bringen. Denn die Kernnationen der Eurozone begehrten gegen die ultralockere Geldpolitik des Italieners auf, welche hingegen von den Südländern begrüßt wurde.

Doch die Hoffnungen laufen ins Leere. Lagarde beginnt nämlich genau da, wo Draghi aufhörte. Die Französin forderte nämlich Deutschland und die Niederlande dazu auf, ihre Haushaltsüberschüsse für Investitionen zu verwenden, um die Wirtschaft zu stimulieren. Die verurteilte Kriminelle macht sich damit keine Freundin im fiskalkonservativen Deutschland.

Geldpolitik Eurozone, Revolte. Bild: Bloomberg

Lagarde appellierte an das deutsche Solidaritätsgefühl und in der Hoffnung, dass die Erinnerung an die Hyperinflation in Deutschland verblasst ist. Sie sagte, dass es im einheitlichen Währungsraum „nicht genug Solidarität“ gibt. „Wir teilen eine Währung, aber wir teilen derzeit nicht viel Haushaltspolitik. “

„Diejenigen, die den Handlungsspielraum haben, die einen Haushaltsüberschuss haben, das heißt Deutschland, die Niederlande – warum nicht diesen Haushaltsüberschuss nutzen und in Infrastruktur investieren? Warum nicht in Bildung investieren? Warum nicht in Innovation investieren, um dies zu ermöglichen, um ein besseres Gleichgewicht zu erreichen?“, fragte Lagarde. Sie beschuldigte Deutschland und die Niederlande, unterhalb ihrer Verhältnisse zu leben, und forderte sie auf, dies nicht länger zu tun, nur weil die meisten anderen Europäer beschlossen, eine Seite aus dem amerikanischen Spielbuch zu streichen und übermäßig außerhalb ihrer Verhältnisse zu leben.

Lagardes direkter Versuch, die fiskalischen Konservativen Europas zu beschämen, war geradezu schockierend: Normalerweise vermeiden EZB-Beamte es, einzelne Länder in öffentlichen Erklärungen zu nennen, weil ihr Mandat darin besteht, im Interesse der gesamten Eurozone zu handeln. Doch als Lagarde ihre Rede hielt, war sie noch nicht offiziell an der Frankfurter Institution angestellt – sie folgt am Freitag auf Mario Draghi.

In Bezug auf die Pointe verteidigte Lagarde die von ihrem Vorgänger Draghi eingeführten Negativzinsen und argumentierte, dass die Menschen zufriedener sein sollten, einen Job zu haben, als eine höhere Sparquote. Dies, als Erinnerung kommt zu einer Zeit, in der praktisch jeder, der nicht „Draghi“ oder „Lagarde“ heißt, negative Zinsen für katastrophal hält und darin eine Verdammnis der Eurozone sieht.

Und für diejenigen, die neugierig sind, ob die Behörden vor irgendetwas Halt machen, um die Währung zu zerstören und die Kurse auf noch negativere Niveaus zu bringen, wenn dies bedeutet, dass sie einen globalen, populistischen Aufstand in wenigen Monaten, Wochen oder Tagen beenden, hier ist die Antwort: „Wir sollten glücklicher sein, einen Job zu haben, als unsere Ersparnisse zu schützen“, sagte Lagarde. „Ich denke, dass in diesem Sinne die Geldpolitik von meinen Vorgängern beschlossen wurde, und ich denke, dass sie eine recht vorteilhafte Wahl getroffen haben.“

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