Deutschland: Wachstumsprognose wird nach unten revidiert

Zwar wird für nächstes Jahr noch ein Plus beim Wirtschaftswachstum erwartet, doch dieses wird bereits deutlich nach unten revidiert. Wie viele Korrekturen werden noch folgen?

Wer sich die Prognosen zum Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre ansieht, die laufenden Korrekturen dann ebenso und diese Daten mit der offiziellen Darstellung dann vergleicht, erkennt gleich, dass die Ökonomen oftmals scheinbar ins Blaue hinein raten. Anstatt in “Korridoren” (Best und Worst Case) zu schätzen, geht es nach dem Prinzip Arbeitsbeschaffungsmaßnahme zu.

Für das Jahr 2020 beispielsweise hatte die Bundesregierung (bzw. deren Ökonomen – sogenannte “Konjunkturexperten” – im Bundeswirtschaftsministerium) noch im Frühjahr mit einem Plus von 1,5 Prozent gerechnet. Nun, ein halbes Jahr später, gehen sie von nur mehr 1,1 Prozent aus. Eine Schätzung, die sehr wahrscheinlich bereits in wenigen Monaten wieder nach unten korrigiert wird, weil irgendwelche externen Ereignisse (Handelskrieg, Brexit, Nahost-Konflikte, platzende Finanzblasen usw.) die exportorientierte deutsche Wirtschaft hart treffen.

Zwar wird die sogenannte Herbstprojektion für die Steuerschätzung verwendet, weshalb genauere Zahlenangaben erwartet werden, doch scheinen die Regierungsökonomen grundsätzlich eher zu positiv zu denken. Dies führt dazu, dass die Ministerien angesichts der erwarteten Steuereinnahmen auch einen entsprechenden Finanzbedarf beim Bundesfinanzministerium anmelden. Doch was, wenn aus den Plus 1,1 Prozent dann Minus 1,1 Prozent werden?

Angesichts der geopolitischen Risiken und der Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft vom Außenhandel muss man konstatieren, dass die Regierungsökonomen offenbar zu blauäugig agieren, weil sie diese sichtlich nicht entsprechend miteinkalkulieren. So wie man bereits in diesem Jahr von der wirtschaftlichen Schwäche “überrascht” war.

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