EU: Kooperation statt Wettbewerb?

Um gegen die Welt zu bestehen müsse es mehr Kooperation innerhalb der EU geben, so der französische Finanz- und Wirtschaftsminister Le Maire.

Von Marco Maier

Die Liberalkapitalisten sehen im totalen Wettbewerb auf allen Ebenen den besten Weg zum Fortschritt. Doch es gibt noch andere Optionen zur Stärkung der eigenen Wirtschaft: Kooperation. Diese Agenda möchte der französische Finanz- und Wirtschaftsminister Bruno Le Maire innerhalb der EU vorantreiben.

„Wir sind daran gewöhnt, innerhalb der Euro-Zone zu konkurrieren. Aber wir sollten lernen, mehr zu kooperieren“, sagte der Politiker der „Welt“. Er findet, Europa brauche „mehr Kooperation und weniger Wettbewerb.“ Le Maire weiter: „Mehr Wettbewerb statt Kooperation in Europa zu haben, ist der falsche Ansatz. Europa sollte besser den Wettbewerb mit dem Rest der Welt aufnehmen, nicht zwischen den Mitgliedsstaaten. Wir alle leiden darunter, insbesondere bei den neuen Technologien.“

In einigen Bereichen könnte die Bündelung der wissenschaftlichen Ressourcen durchaus sinnvoll sein. Zum Beispiel in der medizinischen Forschung. Wenn sich sämtliche Universitäten und staatliche Forschungseinrichtungen zusammenschließen und gemeinsam an der Entwicklung neuer Medikamente und Behandlungsverfahren arbeiten, anstatt dies der privaten Pharmaindustrie zu überlassen, könnten diese deutlich günstiger (und vor allem nicht unter dem Primat des „Shareholder Value“) vertrieben werden.

Auch bei der Entwicklung von „künstlicher Intelligenz“ (KI), wo beispielsweise die Volksrepublik China durch die Bündelung sämtlicher Ressourcen bereits große Fortschritte gemacht hat, wäre eine Kooperation auf europäischer Ebene durchaus von Vorteil. Doch das funktioniert nicht mit privaten Konzernen, denen die eigenen Aktionäre immer näher sind als alles andere. Diese Konsequenz müsste auch Le Maire ziehen, wenn er es wirklich ernst meint.

Loading…

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading…

Der Artikel erschien zuerst im Contra Magazin

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.