China droht eine Lebensmittelkrise

Neben der Afrikanischen Schweinepest und einem Befall von gefräßigen Raupen auf vielen Feldern erwartet China eine Dürreperoide. Das bedroht die Nahrungsmittelversorgung.

El Niño hat in den letzten fünf Jahren dafür gesorgt, dass die Volksrepublik China die inländische Nahrungsmittelproduktion jährlich steigern konnte. Doch inzwischen dreht sich die Lage und bereits im Frühjahr 2019 dürfte die Regenmenge des Monsuns deutlich abnehmen. Für die Landwirtschaft des Landes ist dies ein weiterer heftiger Schlag.

Immerhin hat die Afrikanische Schweinegrippe bereits große Bestände der heimischen Schweinepopulation vernichtet, so dass die Chinesen immer mehr Schweinefleisch importieren müssen um ihren Bedarf zu decken. Als ob das noch nicht genug wäre, fressen sich zig Millionen Raupen durch die chinesischen Felder und vernichteten dort bereits zehntausende Hektar an Mais, Sorghum, Zuckerrohr und Ingwer.

Laut der “El Niño / Southern Oscillation (ENSO) Diagnostic Discussion” des Climate Prediction Center vom 12. September ist El Niños Überhitzung des äquatorialen Pazifiks, die China mit Rekordniederschlägen für Rekordernten versorgte, verdunstet. Die ENSO-Prognose sah eine Wahrscheinlichkeit von 55 bis 60 Prozent für neutrale Bedingungen bis zum Frühjahr 2020 vor.

El Niño ist ein routinemäßiges Klimamuster, das Teil des ENSO-Zyklus ist. Es tritt auf, wenn sich warmes Wasser entlang des äquatorialen Pazifischen Ozeans entwickelt und Regen und Wetter in Ländern auf beiden Seiten des Ozeans beeinflusst.

Doch genügend Regen gibt es nur im rund 150 Kilometer breiten Streifen entlang der Küste. Außerhalb dieses Streifens leben jedoch rund 600 Millionen Menschen in eher ariden Gegenden – aber viele von ihnen leben von der Landwirtschaft und sind auf die Regenfälle angewiesen. Wird El Niño zu La Niña, drohen Hungersnöte auszubrechen, zumal die meisten Menschen in dieser Region weniger als vier Euro pro Tag verdienen und sich kaum teurere importierte Lebensmittel leisten können. Die große Hungersnot in China, die zwischen 1959 und 1961 bis zu 30 Millionen Menschen das Leben kostete, wurde durch La Niña verschlimmert.

Normalerweise würde China riesige Lebensmittelreserven aufbauen, aber die Nation hat sich im chinesisch-amerikanischen Handelskrieg revanchiert, indem sie US-amerikanische Importe von Sojabohnen, Mais, Schweinefleisch und anderen Produkten abgeschnitten hat.

Um inländischen Engpässen entgegenzuwirken, ist China der größte ausländische Investor in australischen Agrarimmobilien und mittlerweile beispielsweise der fünftgrößte ausländische Landbesitzer in Australien. Rund 77 Prozent der Produktion werden normalerweise exportiert, aber es wird erwartet, dass Australien die Exporte aufgrund der Dürre in El Niño in diesem Jahr um mehr als ein Drittel einschränkt.

Für Peking sind dies keine guten Aussichten. Damit wächst nämlich auch die Gefahr von Unruhen und die Ausbreitung von Systemkritik. Das ist etwas, was die Führung der KPCh gar nicht brauchen kann.

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