Russlands Ölindustrie profitiert von US-Sanktionen

Russlands Ölindustrie profitiert von den Sanktionen gegen Venezuela und den Iran. Sie liefert das schwere Öl an die Welt.

Die US-Sanktionen gegen Venezuela und den Iran hatten einen ungeplanten Nebeneffekt: Sie erhöhten die Ausfuhren von schwerem, saurem Rohöl aus Russland, berichtet Bloomberg. Berechnungen zufolge haben die russischen Ölunternehmen zwischen November und Juli mindestens 905 Millionen US-Dollar zusätzlich aus diesen Verkäufen geholt.

Die Ural-Mischung ist nach Bloombergs Berechnungen der größte Gewinner der US-Sanktionen. Venezuela ist einer der weltweit wichtigsten Lieferanten von schwerem Rohöl, aber die US-Sanktionen haben seine Exporte erheblich geschrumpft. Der Iran produziert auch schweres Öl, das jetzt für ausländische Käufer weniger verfügbar ist. Dadurch wird Platz für das Ural-Öl frei. Schließlich priorisierten die OPEC-Mitglieder die Kürzung ihrer Schwerölproduktion als Teil ihres Abkommens vom Dezember 2018 und dies trug zur Reduktion der Schwerölversorgung bei.

Wie schweres Rohöl im Allgemeinen handelt das Ural-Öl normalerweise mit einem Abschlag auf Brent. Wie bei anderen schweren Mischungen hat sich auch bei Russland der Abstand seit November verringert, als die US-Sanktionen gegen den Iran trotz der für acht Einfuhrländer gewährten Ausnahmeregelungen zurückfielen. Irgendwann schwankte es zu einer Prämie, besonders im Mittelmeerraum, wo früher viel iranisches Öl floss.

Gegenwärtig wird das Ural-Öl mit einem Preisnachlass von mehr als 2 USD pro Barrel auf Brent-Rohöl, aber mit einem Aufschlag auf West Texas Intermediate gehandelt. Es hat in diesem Jahr mehrmals eine Prämie auf Brent geschwungen. Nach Angaben des Öldaten-Analyseunternehmens OilX steigt nach einem vorübergehenden Rückgang auch die Gesamtproduktion Russlands. Ab August stieg dieser Wert wieder auf über 11,3 Millionen Bpd (Barrel pro Tag), nachdem er im Juli unter 11,2 Millionen Bpd gefallen war.

Die US-Sanktionen verändern definitiv die Produktions- und Preismuster von schwerem Rohöl, ebenso wie die US-Produktion. Italiens Eni sagte kürzlich in seinem jüngsten World Oil Review-Bericht, dass der Anteil der schwereren sauren Rohölsorten zum ersten Mal unter 40 Prozent des Gesamtgewichts gefallen sei. Gleichzeitig stieg der Anteil an leichtem, süßem Rohöl dank der US-amerikanischen Schieferrevolution auf über 20 Prozent. Auch dies hat sich auf den Preisunterschied zwischen leichteren und schwereren Rohstoffen ausgewirkt.

Dieser Artikel von Irina Slav erschien zuerst bei OilPrice.com

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